In Zeiten, in denen fast jede Information zu jeder Zeit und von jedem Ort aus verfügbar ist, müssen Webseiten und andere Online-Inhalte gewisse Kriterien erfüllen, um User (und damit auch die Suchmaschinen) zufriedenzustellen. Eines dieser Kriterien ist die Ladezeit. Wir erklären dir, wie du die Performance analysierst und im Anschluss optimierst, um langfristig bessere Rankings zu erzielen.
Performance optimieren heißt Usability verbessern
Stell dir mal vor, du betrittst einen Imbiss, hast riesigen Kohldampf und wirst einfach nicht bedient. Was passiert? Genau, du verlässt den Laden fluchtartig und gehst zur Konkurrenz, in der Hoffnung, dort schneller etwas zum Beißen zu kriegen. Selbst wenn du nicht direkt das Weite suchst: Wiederkommen wirst du wohl kaum.
Schlechte Performance = hohe Bounce-Rate
Überträgt man dieses Beispiel in die digitale Welt, wird aus dem Imbiss die Webseite und aus der Schnelligkeit die Bedienung, die Ladezeit dieser Webseite. Wer in puncto Rankings in der obersten Liga mitspielen will, sollte sich also um seinen Service, anders ausgedrückt seine Performance, schleunigst Gedanken machen. Denn Google rankt gerne Webseiten, die besonders nutzerfreundlich sind. Zur Nutzerfreundlichkeit zählt neben einer stimmigen Aufteilung und einer übersichtlichen Aufbereitung eines Themas auch die Ladezeit des Contents. Braucht die Seite zu lange, um sich aufzubauen, steigt die Bounce-Rate (Absprungrate), weil viele User den “Zurück-Button” klicken und sich auf der Google SERP beim nächsten Suchergebnis bedienen.
Schritt 1: Performance Check
Bevor du die Performance deiner Webseite verbesserst, checke am besten zu allererst einmal, wie schlimm es denn tatsächlich um deinen PageSpeed bestellt ist. Hierzu kannst du verschiedene Tools nutzen.
PageSpeed Insights
PageSpeed Insights ist ein von Google bereitgestelltes Tool, mit dem du im Handumdrehen die Performance einer jeweiligen URL überprüfen kannst. Im Idealfall bekommst du sowohl für die Ausgabe auf Mobilgeräten als auch für die Ausgabe auf dem Desktop-Gerät das Prädikat “Good” verliehen. Ist die Ladezeit nicht ganz so optimal, bewertet das Tool die Performance als “Medium”. Optimierungsbedarf besteht bei der Bewertung “low”. Das Schöne: Google liefert dir nach der Analyse direkt Optimierungsvorschläge.
Pingdom
Verwendest du den Pingdom Website Speed Test zur Analyse deiner Page Performance, wirst du feststellen, dass ein deutlich positiveres Bild der Ladezeiten vermittelt wird als bei PageSpeed Insights von Google. Außerdem hast du die Möglichkeit, verschiedene Serverstandorte für deine Abfrage auszuwählen. Nach der Analyse zeigt dir das Tool die Ladezeit (hoffentlich in Millisekunden), den Google PageSpeed Performance Grade (sollte A sein), die Größe der Webseite und eine Reihe weiterer Daten an.
Webpagetest
Noch umfangreicher wird die Analyse mit dem Tool von webpagetest.org. Hier kannst du noch ein paar mehr Serverstandorte auswählen und – besonders cool – die Testumgebung (Smartphone-Modell, Browser, etc.) definieren. Die Ergebnisse sind außerordentlich umfangreich und bieten eine hervorragende Datenbasis, die dir bei der Performance-Optimierung deiner Website hilft.
Schritt 2: Die Optimierung
Nachdem du analysiert hast, wo der Schuh in Sachen Website-Ladezeit drückt, kannst du mit der Optimierung starten.
Um die ausgelieferten Analysedaten ein wenig verständlicher für dich zu machen: Die häufigsten Ursachen für eine schlechte Performance sind…
…große Datenmengen,
nicht komprimierte Bilder,
ein überladenes Theme und
langsame Datenbanken & Server.
Theme überdenken & unbenötigte Plugins deaktivieren
Deine Website läuft auf WordPress oder Joomla! und das gekaufte Premium-Theme sieht so richtig schick aus? Gut so, aber nicht selten sind Themes komplett überladen, was zu langsamen Website-Ladezeiten führt. Schau einfach mal, ob es nicht ein schlankeres Theme gibt, das sich neben der auf Anhieb ansprechenden Optik insbesondere durch seine Performance auszeichnet.
Liegt das Problem nicht am Theme selbst, können auch Plugins die Ladezeit von Webseiten negativ beeinflussen, wenn zu viele Datenbankzugriffe erfolgen. Das ist vor allem bei unbekannteren und schlecht umgesetzten Plugins der Fall. Überprüfe einfach mal, welche Plugins sich im Laufe der Zeit so angesammelt haben und deinstalliere alles, was du nicht unbedingt brauchst.
HTTP-Requests verringern
Werden weniger HTTP-Requests durchgeführt, baut sich deine Website logischerweise schneller auf. Ein solcher Server-Request erfolgt immer dann, wenn eine Datei geladen werden muss. Packst du also weniger Dateien wie Bilder, Skripte und Co in ein Dokument, lädt auch deine Seite schneller.
Tipp: Du kannst verschiedene Stylesheets in ein einzelnes CSS-File zusammenfassen und es aus dem Bereich des HTML-Dokuments verlinken. Sofern du beachtest, dass sich dann keine Inline-Styleangaben mehr im HTML-Dokument befinden, kann die CSS-Datei gecached werden, was den Seitenaufbau ebenfalls beschleunigt.
Bilder fürs Web optimieren
Ohne gute Bilder (am besten im .jpg-Format) und Grafiken (am besten als .png-Datei) kommt eine Webseite nicht aus, schließlich sagt ein Bild oft mehr als tausend Worte. Wichtig ist jedoch, dass diese Bilder fürs Web optimiert sind, um langen Ladezeiten vorzubeugen. Der häufigste Fehler in diesem Zusammenhang ist, Bilder in ihrer Originalgröße auf den Server zu laden und genau so in den Content einzubauen.
Beispiel: Ist ein Bild 2500 x 1000 Pixel groß, wird aber nur in einen 750 Pixel breiten Contentbereich eingebunden, wird es nachher verkleinert angezeigt. Allerdings muss das Bild oder die Grafik trotzdem in seiner gesamten Größe geladen werden. Um solch unnötigen Ballast zu vermeiden, solltest du Bilder immer auf die Größe verkleinern, in der sie auch tatsächlich angezeigt werden sollen.
Übrigens: Sobald eine URL aufgerufen wird, werden in der Regel alle Bilder automatisch geladen – auch solche, die man noch gar nicht sieht, weil man z.B. gar nicht so weit herunterscrollt. Um Bilder erst bei Bedarf zu laden, kannst du Plugins wie Crazy Lazy nutzen. Und um direkt noch ein Plugin-Tipp hinterherzuliefern: WP Smush.it komprimiert die Dateigröße von Bildern beim Upload automatisch. Auch bereits hochgeladene Bilder kannst du damit nachträglich optimieren.
Gzip-Komprimierung
Nicht nur Bilder, sondern auch Systemdateien (beispielsweise von WordPress) lassen sich komprimieren. Wie das geht? Ganz einfach mit Gzip, einem freien Kompressionsprogramm, das, genau wie das Dateiformat, für alle Betriebssysteme verfügbar ist. Alles, was du tun musst, ist einen Codeschnipsel in die .htaccess-Datei einzufügen. Bei WordPress musst du an dieser Stelle nicht manuell tätig werden, sondern kannst auf Plugins wie Gzip Ninja Speed Compression zurückgreifen. Auch bei Joomla gibt es entsprechende Extensions, die exakt das Gleiche machen.
Caching nutzen
Auch um ein gutes Caching-Plugin kommst du als WordPress-User nicht herum. Beim Caching werden statische Versionen aller Seiten angelegt, statt diese dynamisch zu erstellen – mit tollen Auswirkungen auf die Ladegeschwindigkeit der gesamten Website. Ein sehr sauber geschriebenes Caching-Plugin für WordPress ist Cachify. Das Rundum-sorglos-Paket bekommst du mit dem Plugin W3 Total Cache. Alternativ macht WP Rocket aus deiner Seite eine kleine Rakete.
Extra Tipp:
Um deine Website weiter zu beschleunigen, kannst du HTML, CSS und Javascript von unnötigen Leerzeichen und Zeilenumbrüchen befreien. Weil der gesamte Code dadurch schlanker wird, verringert sich auch die Ladezeit. Einzig und allein die Übersichtlichkeit des Codes verschlechtert sich. Das zuvor erwähnte Plugin W3 Total Cache bietet dir als WordPress-User an dieser Stelle eine sogenannte “Minify”-Funktion. Allerdings funktioniert diese nur dann besonders gut, wenn du im Manual Mode des Plugins selbst definierst, wie die Java-Scripts geladen werden sollen. Weil das vor allem für Einsteiger nicht wirklich geeignet ist, empfehlen wir fürs “Minify” (Minification) das Plugin Autoptimize.



