Guter Content war früher die beste Antwort auf eine Suchanfrage. Heute reicht das nicht mehr. Denn Nutzer erhalten ihre Antworten immer häufiger direkt in der Suche , ganz ohne zu klicken (Zero-Click-Search). Willkommen in der Ära von Content 2.0: Wo Inhalte nicht nur gefallen, sondern gefunden, verstanden und weiterverwendet werden müssen – auch von Maschinen.
Was sich geändert hat: Die große Content-Verschiebung
Google & Co. zeigen Antworten, nicht mehr nur Links. Ob Snippets, Knowledge Panels, Local Packs oder KI-Overviews: Viele Informationen bleiben direkt in der SERP.
Parallel dazu hat sich mit ChatGPT, Perplexity und Co. ein neues Informationsökosystem gebildet, das nicht nur Antworten findet, sondern sie eigenständig generiert.
Diese KI-Systeme verwenden (direkt oder indirekt) Inhalte von Websites, um eigene Aussagen zu formulieren – ohne den ursprünglichen Content zu verlinken.
Übrigens: ChatGPT nutzt vor allem Bing als Infoquelle, sofern aktuelle Web-Daten herangezogen werden. Für Erwähnungen in ChatGPT ist also Bing SEO wichtiger denn je, um in ChatGPT sichtbar zu werden.
Damit verschiebt sich Content-Nutzung auf zwei Ebenen:
- innerhalb der klassischen Suche (Zero Click)
- außerhalb der Suche in KI-Umgebungen (generative Antworten ohne Quellenbesuch).
Ob Snippets, Knowledge Panels, Local Packs oder KI-Overviews: Viele Informationen bleiben direkt in der SERP. Dein Content wird also genutzt, ohne besucht zu werden. Das hat Konsequenzen für jede Content-Strategie.
Warum Content trotzdem nicht an Bedeutung verliert
Auch ohne Klick bleibt dein Content wirksam:
- Er wird in KI-Antworten aufgegriffen.
- Er beeinflusst Markenwahrnehmung und Vertrauen.
- Er führt zu späteren Interaktionen (z. B. über Social-Media oder Direktzugriffe).
Wie man Content für KI-Systeme strukturiert, zeigt der Beitrag: ChatGPT & SEO: Sichtbar bleiben in der KI-Suche
Content 2.0 = Mehr als Text
Wer nur an Text denkt, denkt zu kurz. Besonders Videoformate, Podcasts und interaktive Elemente gewinnen an Wert. Wieso? Ganz einfach, weil:
- KI sie noch nicht effizient ersetzt.
- Nutzer lieber „sehen und hören“ als lesen.
- Sie sich besser in sozialen Kanälen teilen lassen.
Content 2.0 ist also nicht nur besserer Text, sondern vielfältiger Mehrwert.
Praktisches Beispiel: Wie bügel ich eigentlich ein Hemd?
Was wird dir eher weiterhelfen? Eine visuelle Anleitung wie du dein Hemd korrekt bügelst oder eine Anleitung von ChatGPT?
Genau: Das Beispiel zeigt, dass es immer wichtiger wird, Content Ideen zu entwickeln und umzusetzen, die weder die ChatGPT Infrastruktur noch die Inhouse KIs von Google (Gemini) und Microsoft (Bing) als kurze und knappe KI-Zusammenfassung bereitstellen.
Macht Sinn: Google erkennt den Nutzerwillen und spielt erst überhaupt keine Gemini Zusammenfassung wie in anderen Fällen aus, in denen Text zum Ziel führt.
Ziel könnte hier übrigens sein, Zugriffe zu erhalten, um entweder neue Hemden zu verkaufen, Waschmittel zu vertreiben, Stärke für den Hemdkragen oder auch Bügelbretter oder -eisen. Klassisches Content-Marketing, nur eben dort, wo es trotz KI und Zero-Click Trend noch effektiv ist.
SEO-Content – Früher vs. Heute
| Content 1.0 | Content 2.0 |
| Keyword-orientierte Texte | Themenzentrierte Hubs mit semantischer Tiefe |
| Fokus auf Ranking | Fokus auf Sichtbarkeit & Wirkung in SERPs & KI |
| Nur Textform | Video, Tools, Podcasts, Grafiken |
| Ziel: Klick | Ziel: Vertrauen, Zitation, Markenbindung |
| Hauptplattform: Google-Suche | Multichannel: Google, Social, Newsletter, YouTube |
Neue Aufgaben für Content-Teams
Nicht jeder Inhalt braucht eine Suchanfrage, um zu funktionieren!
Im Gegenteil: Gerade Inhalte, die nicht gesucht, sondern entdeckt werden, gewinnen an Bedeutung. Warum? Weil sie genau dort stattfinden, wo sich deine Zielgruppe ohnehin bewegt – in Newslettern, Social Media Feeds oder Podcasts.
Beispiel: Eine Personal-Trainerin erklärt in einem Instagram Reel, warum viele Menschen falsch atmen – kein klassisches SEO-Thema. Aber es löst Diskussionen aus, wird gespeichert, geteilt und bringt neue Follower – inklusive Anfragen zu Coachings. Die Sichtbarkeit entsteht ohne Suchintention, allein durch Relevanz und Plattformdynamik.
Content 2.0 lebt von genau solchen Impulsen: Inhalte, die informieren, überraschen oder inspirieren, bevor jemand überhaupt aktiv danach sucht.
Content 2.0 heißt also: neu denken.
- Welche Fragen will meine Zielgruppe beantwortet haben?
- Was kann ich bieten, das KI nicht gut abbilden kann?
- Wo ist mein Content sichtbar, auch ohne Klick?
- Setze ich bereits ausreichend auf multimediale Aufbereitung von Inhalten?
Und vor allem:
- Wie messe ich Wirkung jenseits klassischer Metriken?
Impulse liefert: Zero Click = Zero Daten?
Fazit: Relevanz gewinnt – auch ohne Klicks oder klassischen Onpage-Content
Content 2.0 ist kein Buzzword. Es beschreibt die Notwendigkeit, Inhalte neu zu denken – strukturell, medial und strategisch. Wer sichtbar bleiben will, muss Mehrwert liefern, der über Keywords und reine Antworten hinausgeht.
Nicht jeder wird klicken. Aber wer klickt, hat dich vorher gesehen. Und genau das ist der erste Schritt zur Conversion.



