Der Referrer ist ein zentrales Element in der Webanalyse und im Online-Marketing. Er gibt an, von welcher Webseite ein Besucher auf deine Seite gelangt ist. Für dich als Webdesigner, Entwickler oder Marketing-Experte ist das Verständnis des Referrers entscheidend, um den Ursprung des Traffics zu analysieren und gezielte Strategien zu entwickeln.
In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über die Funktionsweise des Referrers, seine Bedeutung und die Auswirkungen auf Datenschutz und Marketing.
1. Was ist ein Referrer?
Der Referrer (manchmal auch “Referer” geschrieben, aufgrund eines historischen Tippfehlers in der HTTP-Spezifikation) gibt an, von welcher Webseite ein Besucher auf deine Seite gelangt ist. Es handelt sich dabei um die URL der vorherigen Seite, die der Nutzer besucht hat, bevor er zu dir gekommen ist.

1.1 Funktionsweise des Referrers
Immer wenn ein Nutzer auf einen Link klickt, der zu deiner Webseite führt, sendet sein Browser automatisch die URL der vorherigen Seite an deinen Server. Diese Information wird dann in den Server-Logs oder in Webanalyse-Tools gespeichert. So kannst du nachvollziehen, von welchen Quellen oder Seiten deine Besucher kommen.
Beispiel Referrer eines Server Logs
1.2 Wann wird kein Referrer übermittelt?
Es gibt verschiedene Situationen, in denen kein Referrer übertragen wird:
- Direkte Eingabe oder Lesezeichen: Wenn jemand deine URL direkt in die Adressleiste eintippt oder über ein Lesezeichen aufruft, gibt es keine vorherige Seite. Daher wird kein Referrer mitgesendet.
- Datenschutzeinstellungen im Browser: Viele Nutzer legen Wert auf ihre Privatsphäre und haben die Übermittlung des Referrers in ihren Browsereinstellungen deaktiviert.
- Wechsel von HTTPS zu HTTP: Wenn ein Besucher von einer sicheren Seite (HTTPS) auf eine unsichere Seite (HTTP) wechselt, unterdrücken Browser oft den Referrer aus Sicherheitsgründen.
- Links mit
rel="noreferrer": Als Entwickler kannst du in deinen Links das Attributrel="noreferrer"setzen. Dadurch wird verhindert, dass der Referrer an die Zielseite übertragen wird. Das ist besonders nützlich, wenn du die Privatsphäre deiner Nutzer schützen oder bestimmte Sicherheitsrisiken minimieren möchtest. - Verwendung von Meta-Tags oder HTTP-Headern: Webseiten können durch spezielle Meta-Tags oder Header festlegen, dass kein Referrer übertragen werden soll. So kannst du als Seitenbetreiber aktiv steuern, welche Informationen weitergegeben werden.
- Sicherheitssoftware und Proxy-Server: In einigen Unternehmen oder durch installierte Sicherheitsprogramme wird die Übermittlung des Referrers blockiert. Das kann dazu führen, dass du in deinen Analysen weniger vollständige Daten erhältst.
- Privates Surfen oder Inkognito-Modus: Wenn Nutzer den Inkognito-Modus ihres Browsers verwenden, wird der Referrer häufig nicht oder nur eingeschränkt übertragen.
Wenn du also bemerkst, dass in deinen Webanalyse-Tools der Referrer fehlt, kann das an diesen Faktoren liegen. Besonders das rel="noreferrer" Attribut in Links ist ein gängiger Grund. Indem du dieses Wissen nutzt, kannst du besser einschätzen, warum bestimmte Daten fehlen und entsprechend reagieren. Es lohnt sich, sowohl aus Entwickler- als auch aus Marketingsicht, diese Aspekte im Hinterkopf zu behalten.
2. Bedeutung in der Webanalyse
Der Referrer ist ein zentrales Element, um das Verhalten deiner Besucher besser zu verstehen und deine Online-Strategien zu optimieren.
2.1 Herkunft der Besucher analysieren
Durch den Referrer kannst du erkennen, über welche Webseiten, Suchmaschinen oder sozialen Netzwerke Besucher auf deine Seite gelangen. So identifizierst du wichtige Traffic-Quellen und kannst gezielt darauf aufbauen.
2.2 Bewertung von Marketingmaßnahmen
Möchtest du wissen, ob deine letzte Marketingkampagne erfolgreich war? Indem du die Referrer auswertest, siehst du, welche Werbebanner, Affiliate-Links oder Partnerschaften tatsächlich Besucher bringen.
Im Zusammenspiel mit mit der Nutzung von “Zielen” so wie du sie z.B. bei Trackboxx setzen kannst, lässt sich so perfekt auswerten welche Quellen/Referrer wichtige Ziele auf deiner Webseite auslösen.
2.3 Integration in Webanalyse-Tools
Moderne Tools wie Trackboxx nutzen den Referrer, um dir detaillierte Einblicke zu geben. Du kannst sogar herausfinden, mit welchen Suchbegriffen Nutzer deine Seite gefunden haben. (Dieses Funktion ist aktuell bei Trackboxx in der Planung und soll im Zusammenspiel mit den Daten der Google Search Console umgesetzt werden)
3. Datenschutz und Referrer
Datenschutz ist ein großes Thema, und nicht alle Nutzer möchten, dass ihr Surfverhalten nachverfolgt wird.
3.1 Warum blockieren manche Nutzer den Referrer?
Einige Nutzer möchten nicht, dass Webseitenbetreiber nachvollziehen können, woher sie kommen. Sie befürchten, dass dadurch Profile über ihr Surfverhalten erstellt werden könnten.
3.2 Methoden zur Blockierung des Referrers
- Browser-Einstellungen: Viele Browser bieten die Möglichkeit, die Übermittlung des Referrers zu deaktivieren.
- Add-ons und Erweiterungen: Tools wie Privacy Badger oder bestimmte Adblocker blockieren den Referrer.
- Proxy-Server und VPNs: Diese Dienste können die Übermittlung des Referrers unterdrücken oder verändern.
4. Technische Herausforderungen
Als Webseitenbetreiber solltest du die technischen Aspekte des Referrers verstehen, um korrekte Daten zu erhalten.
4.1 Einsatz von Dereferrern
Ein Dereferrer ist ein Dienst, der die Übermittlung des ursprünglichen Referrers verhindert. Wenn ein Nutzer über einen Dereferrer auf deine Seite gelangt, siehst du statt der tatsächlichen Herkunft nur den Dereferrer als Quelle.
4.2 Auswirkungen von Sicherheitssoftware
In Unternehmen oder durch Sicherheitssoftware kann die Übermittlung des Referrers blockiert werden. Das kann deine Analysen beeinträchtigen und zu unvollständigen Daten führen.
5. Referrer-Spam
Vielleicht hast du schon einmal ungewöhnliche oder suspekte Referrer in deinen Statistiken bemerkt. Das könnte Referrer-Spam sein.
5.1 Was ist Referrer-Spam?
Beim Referrer-Spam senden Bots massenhaft Anfragen an deine Webseite und fälschen dabei den Referrer. Ziel ist es, dass ihre URL in deinen Statistiken auftaucht, in der Hoffnung, dass du oder andere darauf klicken.
5.2 Auswirkungen auf deine Webseite
- Verzerrte Statistiken: Deine Analysedaten werden verfälscht, was zu falschen Schlussfolgerungen führen kann.
- Sicherheitsrisiken: In seltenen Fällen könnten solche Bots versuchen, Schwachstellen auszunutzen.
5.3 Wie kannst du dich schützen?
- Filter in Webanalyse-Tools: Richte Filter ein, um bekannte Spam-Referrer auszuschließen. Trackboxx bietet hier z.B. eine entsprechende Funktion >>> Referrer ausblenden
- Serverseitige Maßnahmen: Blockiere verdächtige IP-Adressen oder nutze Sicherheitsmodule.
6. Bedeutung im Online-Marketing
Der Referrer ist nicht nur für technische Analysen wichtig, sondern auch für strategische Marketingentscheidungen.
6.1 Suchmaschinenoptimierung (SEO)
Durch die Analyse der Referrer erkennst du, welche Keywords und Suchmaschinen am effektivsten sind. So kannst du deine SEO-Strategie gezielt ausrichten.
6.2 Attribution von Conversions
Im Marketing ist es wichtig zu wissen, welcher Kanal zu einer Conversion geführt hat. Der Referrer zeigt dir den letzten Schritt vor der Aktion an. Allerdings gibt es dabei auch Einschränkungen.
Grenzen des Referrers
- Letzter Klick zählt: Der Referrer zeigt nur die letzte Quelle an. Frühere Interaktionen bleiben unberücksichtigt.
- Multi-Channel-Marketing: In komplexen Customer Journeys reicht der Referrer allein nicht aus, um alle Touchpoints zu analysieren.
7. Best Practices im Umgang mit Referrern
7.1 Transparenz und Vertrauen
Informiere deine Nutzer in der Datenschutzerklärung darüber, wie du Referrer-Daten nutzt. Transparenz schafft Vertrauen und stärkt deine Kundenbeziehungen.
7.2 Datenschutzkonforme Nutzung
Achte darauf, die Datenschutzbestimmungen wie die DSGVO einzuhalten. Bei Unsicherheiten hilft oft eine rechtliche Beratung.
7.3 Technische Optimierung
- Aktualisiere deine Tools: Nutze moderne Webanalyse-Tools wie Trackboxx, die datenschutzkonform arbeiten.
- Sichere Verbindungen: Setze auf HTTPS, um die Datenübertragung zu schützen.
Fazit
Der Referrer ist ein extrem wichtiger Parameter in der Webanalyse und im Online-Marketing. Er hilft dir, die Herkunft deiner Besucher zu verstehen und deine Marketingstrategien zu optimieren. Gleichzeitig solltest du die Datenschutzbedenken der Nutzer respektieren und verantwortungsvoll mit den Daten umgehen. Mit dem richtigen Wissen und den passenden Tools kannst du das Potenzial des Referrers voll ausschöpfen und dein Online-Angebot erfolgreich vorantreiben.
FAQ zum Thema Referrer
Warum wird manchmal kein Referrer übermittelt?
Es gibt mehrere Gründe dafür:
Direkte Eingabe oder Lesezeichen: Wenn jemand deine Webseite direkt aufruft oder über ein Lesezeichen besucht, gibt es keinen Referrer.
Datenschutzeinstellungen: Manche Nutzer blockieren die Übermittlung des Referrers in ihrem Browser oder verwenden Tools, die dies verhindern.
Links mit rel="noreferrer": Wenn ein Link dieses Attribut enthält, wird der Referrer nicht an die Zielseite übertragen.
Wechsel von HTTPS zu HTTP: Beim Wechsel von einer sicheren zu einer unsicheren Verbindung unterdrücken Browser oft den Referrer.
Wie kann ich als Nutzer verhindern, dass mein Referrer übertragen wird?
Wenn du nicht möchtest, dass Webseiten sehen, woher du kommst, kannst du:
Browser-Einstellungen anpassen: Viele Browser bieten die Option, die Referrer-Übermittlung zu deaktivieren.
Privacy-Plugins nutzen: Erweiterungen wie uBlock Origin oder Privacy Badger können den Referrer blockieren.
Inkognito-Modus verwenden: Einige Browser unterdrücken im privaten Modus den Referrer.
Aber bedenke: Durch das Blockieren des Referrers nimmst du Webseitenbetreibern wichtige Daten für die Verbesserung ihres Angebots.
Was ist Referrer-Spam und wie kann ich mich als Webseitenbetreiber davor schützen?
Referrer-Spam ist, wenn Bots deine Webseite mit falschen Referrer-Angaben fluten, um in deinen Statistiken aufzutauchen. Das verfälscht deine Daten und kann ärgerlich sein.
So kannst du dich schützen:
Filter einrichten: In deinem Webanalyse-Tool kannst du Filter erstellen, um bekannte Spam-Referrer auszuschließen.
Serverseitige Maßnahmen: Nutze Sicherheitssoftware oder .htaccess-Regeln, um verdächtigen Traffic zu blockieren.
Regelmäßige Überprüfung: Schau dir deine Statistiken regelmäßig an, um Auffälligkeiten schnell zu erkennen.
Kann ich verhindern, dass meine Website als Referrer übertragen wird?
Ja, das kannst du! Wenn du nicht möchtest, dass deine Seite als Referrer übermittelt wird, kannst du in deinen Links das Attribut rel="noreferrer" verwenden. So schützt du die Privatsphäre deiner Besucher und verhinderst, dass ihre Herkunft preisgegeben wird. Das ist besonders nützlich, wenn du auf sensible Inhalte verlinkst oder einfach die Daten deiner Nutzer schützen möchtest.



