Mal ehrlich: Retouren nerven. Sie kosten Zeit, Geld und Nerven – auf beiden Seiten. Aber anstatt sie einfach nur „abzuwickeln“, könntest Du sie auch clever gestalten – und daraus sogar einen Service machen, der Deine Kund*innen beeindruckt.
Ein eigenes Retourenportal kann genau das leisten. In diesem Artikel schauen wir uns an, was dahinter steckt, wann es sich lohnt – und wann eher nicht.
Was genau ist ein Retourenportal?
Statt per Mail oder Hotline eine Rücksendung zu beantragen, erledigen Deine Kunden alles selbst und direkt auf Deiner Website.
In einem Retourenportal geben sie ihre Bestellnummer ein, wählen den Artikel, einen Rückgabegrund und bekommen sofort ein Rücksendeetikett. Manche Portale bieten sogar Statusverfolgung oder ein Retouren-Dashboard für Dich im Backend.
Wenn Du gerade erst Deinen Shop aufbaust, ist ein Retourenportal vielleicht noch kein Muss – aber ein wichtiger Baustein für professionelles Retourenmanagement im E-Commerce.
Warum ein Retourenportal mehr als nur „nett“ ist
Viele Händler glauben, dass ein Retourenportal ein teures Extra ist. Aber in Wahrheit kann es Supportkosten senken, Prozesse beschleunigen und das Vertrauen Deiner Kunden stärken.
Besonders, wenn Du regelmäßig Rücksendungen bekommst – etwa im Bereich Mode, Technik oder Lifestyle – und bereits mit mehreren Versanddienstleistern für Onlineshops arbeitest, wird ein zentraler Rückgabeprozess schnell wertvoll.
Ein gutes Retourenportal hilft Dir dabei:
- Rücksendungen schneller und automatisiert zu bearbeiten
Support-Anfragen zu reduzieren - Rückgabegründe systematisch zu erfassen – oft in Verbindung mit Tools aus dem Bereich E-Commerce-Tracking & Webanalyse (z. B. der Google Analytics Alternative Trackboxx)
- ein einheitliches Markenerlebnis zu schaffen, bis zur letzten Interaktion
Was kostet das Ganze?
Retourenportale sind nicht kostenlos – aber sie müssen es auch nicht sein. Wenn Du Deinen Shop gerade mit einem Baukasten oder CMS aufsetzt (siehe Onlineshop erstellen – Leitfaden für Einsteiger), kannst Du viele dieser Lösungen modular integrieren. Gerade in Verbindung mit Tools wie Sendcloud oder returnsportal.de lassen sich Prozesse stark vereinfachen – und Du behältst trotzdem die Kontrolle.
Welche Retourenportale gibt es – und was können sie?
Wenn Du ein Retourenportal in Deinen Onlineshop integrieren willst, musst Du das Rad nicht neu erfinden. Es gibt inzwischen eine Reihe von Anbietern, die sich genau darauf spezialisiert haben – vom einfachen Tool für kleine Shops bis zur umfassenden Lösung für wachsende Marken.
Hier ein Überblick über bekannte und bewährte Anbieter:
Sendcloud
Sendcloud ist eine der beliebtesten All-in-One-Versandplattformen in Europa – und bietet auch ein vollständig integriertes Retourenportal. Kunden können Rücksendungen direkt online anmelden, Labels selbst ausdrucken und Du bekommst im Backend eine übersichtliche Auswertung aller Rückläufer.
Besonderheiten:
- White-Label-fähig (im eigenen Branding nutzbar)
- Rückgabegründe erfassbar & exportierbar
- Direkte Integration in Shopify, WooCommerce, Shopware & Co.
- Sehr einsteigerfreundlich
Ideal für: Kleine und mittelgroße Shops mit hohem Anspruch an Usability
returnsportal.de
Ein deutscher Anbieter, der sich ausschließlich auf digitale Rückgabeprozesse konzentriert. Returnsportal.de bietet ein leichtgewichtiges System mit Rücksendeformular, automatisierter Label-Erstellung und transparenter Abwicklung.
Besonderheiten:
- Datenschutzkonform nach DSGVO
- Integration in bestehende Shops per Einbettung oder Subdomain
- Erfassung von Rückgabegründen & Status-Tracking
Ideal für: Händler, die ein dediziertes Tool für den Rückgabeprozess suchen, ohne gleich eine Versandplattform buchen zu müssen
shipcloud
Shipcloud ist primär eine Multicarrier-Versandlösung, bietet aber zusätzlich Rücksende-APIs und optionale Retoure-Services. Die Plattform richtet sich etwas mehr an technisch versierte Händler oder Entwickler, die individuelle Prozesse abbilden möchten.
Besonderheiten:
- Unterstützung für viele Versanddienstleister (DHL, DPD, UPS, GLS etc.)
- Rücksendeetikett-Erstellung automatisierbar
- Fokus auf Schnittstellen & API-Nutzung
Ideal für: Shops mit eigener IT oder hohem Individualisierungsbedarf
DHL Retoure Online
Mit DHL Retoure Online bietet der Marktführer im deutschen Paketversand eine einfache Möglichkeit, Retouren digital abzuwickeln – besonders dann, wenn Du sowieso mit DHL versendest.
Besonderheiten:
- Retourenportal lässt sich in Deinen Shop einbinden
- Auswahl zwischen nationalen und internationalen Rücksendungen
- Label-Erstellung & Rücksendeübersicht für Händler
Ideal für: Händler mit DHL-Volumenvertrag oder Fokus auf den deutschen Markt
Narvar, Loop, ReturnGO (für internationale Shops)
Wenn Du international verkaufst oder D2C-Marke mit starkem Wachstum bist, lohnt sich ein Blick auf Narvar (USA), Loop Returns (vor allem für Shopify) oder ReturnGO (KI-gestützt). Diese Anbieter fokussieren sich auf Customer Experience, Automatisierung und Wiederverkäufe im Rückgabeprozess.
Ideal für: E-Commerce-Brands mit Fokus auf USA, UK oder globalen Markt
Wann lohnt sich ein Retourenportal wirklich?
Wenn Du bereits mehrere Zahlungsanbieter angebunden hast, Versandprozesse skalierst und die Rückgabequote langsam steigt, wird es höchste Zeit, über Automatisierung nachzudenken. Und genau hier passt ein eigenes Retourenportal perfekt rein.
Fazit: Nicht nur Kostenbremse, sondern Kundenbindungsturbo
Ein eigenes Retourenportal ist kein nettes Extra – sondern ein echter Servicebaustein. Es nimmt Dir Arbeit ab, macht Deinen Shop professioneller und trägt dazu bei, dass Kund*innen gerne wieder bei Dir bestellen – auch wenn mal etwas zurückgeschickt wurde.
Lies auch:



