Viele Onlineshops nutzen Google Ads, um gezielt Käufer zu erreichen. Daraus folgt aber nicht, dass E-Commerce ohne bezahlte Kampagnen unmöglich ist. SEO-Agenturen werben damit, Shops unabhängiger von Klickpreisen zu machen. Wann trägt organische Sichtbarkeit ein Geschäft – und wann sind ergänzende Anzeigen sinnvoll?
Weiterentwicklung der SERPs als “Problem”
Die Suchergebnisseiten von Google werden immer benutzerfreundlicher und bieten Filteroptionen und Darstellungen, die vor vielen Jahren den Onlineshops oder aber auch Content-Anbietern vorbehalten waren.
Obwohl es vertrauenswürdig wirken kann, wenn man in den organischen Suchergebnissen eine gute Platzierung erreicht, muss man sich die Frage stellen, wie viele Klicks für Sales-relevante Suchanfragen noch auf solche Ergebnisse abfallen.

Google bietet Filter, mit denen Nutzer eine zunächst breite Produktsuche direkt in den Suchergebnissen eingrenzen können. Shopping-Anzeigen und andere auffällige Elemente konkurrieren dort mit organischen Treffern um Aufmerksamkeit. Wie sich die Klicks verteilen, hängt von der jeweiligen Suche und der Darstellung ab.
Und was ist mit Content?!
Nun könnte man behaupten, dass dies ja lediglich die produktbasierten Suchanfragen (sowie Suchanfragen für Dienstleistungen) tangiert, nicht aber Suchanfragen für zielgruppenrelevanten Content.
Allerdings sollte man hier ebenfalls einen kritischen Gedanken zulassen, denn KI-Tools machen solchen Suchanfragen aktuell enorme Konkurrenz.
Gartner prognostizierte im Februar 2024, dass das Volumen traditioneller Suchmaschinenanfragen bis 2026 um 25 % sinken könnte, weil sich ein Teil der Nutzung zu Chatbots und anderen virtuellen Assistenten verlagert. Das war eine Prognose, kein Nachweis eines bereits eingetretenen Rückgangs. Für Publisher bleibt die entscheidende Frage, ob direkte KI-Antworten die Besuche ihrer eigenen Website ergänzen oder ersetzen.
Google Ads: Sichtbarkeit über die eigentliche Suche hinaus
Mit Google Ads kannst du je nach Kampagnentyp Menschen in der Suche und auch auf anderen Google-Angeboten oder Partnerseiten erreichen. So lassen sich neben konkreten Kaufanfragen auch neue Zielgruppen ansprechen. Das eignet sich etwa für Markenbekanntheit und ergänzende Angebote. Suchanzeigen müssen trotzdem zur Suchintention passen; auch organische Ergebnisse sind nicht auf exakte Keyword-Übereinstimmungen beschränkt.
Landingpages für Google Ads lassen sich gezielt auf eine Kampagne und eine konkrete Handlung ausrichten. Klare Handlungsaufforderungen, überzeugende Texte und ein einfacher Kauf- oder Anfrageprozess helfen dabei. Das gilt allerdings auch für organische Landingpages. Zudem berücksichtigt Google bei Anzeigen die Relevanz und Qualität der Zielseite: Ein Werbebudget macht gute Inhalte und eine nutzerfreundliche Seite nicht überflüssig.
Gibt es dennoch gute Gründe für “SEO”?
Ja, auch wenn es scheinbar ohne Ads nicht funktioniert, heißt das nicht, dass man SEO komplett außer Acht lassen sollte. So bleibt Google trotz düsterer Prognosen weiterhin dominant.
Chatbots und klassische Suchmaschinen erfüllen teilweise ähnliche, teilweise unterschiedliche Aufgaben. Ihre Nutzung lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres in einer einzigen Marktanteilszahl vergleichen. Für deine Strategie ist wichtiger, welche Angebote deine Zielgruppe tatsächlich nutzt und über welche Wege qualifizierte Besucher zu dir kommen.
Letztlich besteht eine gute Strategie darin, sowohl Ads für konkrete Suchanfragen mit Kauf- / Buchungsabsicht zu schalten als auch für entsprechende Suchanfragen organisch gut aufgestellt zu sein. Zudem kann zielgruppenrelevanter Content in einem Blog bzw. Magazin Besucher / User generieren, da für solche Suchen grundlegend deutlich weniger Ads geschaltet werden.


Die beiden Screenshots verdeutlichen, welche Herausforderungen auf Publisher in allen Branchen auch bei Content-basierten Suchanfragen warten.
| Merkmal | Google Ads (Bezahlte Suche) | SEO (Organische Suche) |
| Kosten | Kosten pro Klick (CPC) | Keine Gebühr pro organischem Klick; Aufwand für Content, Technik und Pflege |
| Sichtbarkeit | Schnelle Sichtbarkeit möglich; Position abhängig von Anzeigenrang und Auktion | Braucht Zeit, um Rankings aufzubauen |
| Nachhaltigkeit | Direkte Besuche aus Anzeigen enden, wenn die Auslieferung stoppt | Langfristige Wirkung möglich; laufende Pflege bleibt nötig |
| Flexibilität | Budget und Ausrichtung kurzfristig anpassbar; Skalierung nicht unbegrenzt | Wirkung häufig zeitverzögert und nicht garantiert |
| Wettbewerb | Wettbewerb kann Klickpreise erhöhen |
Fazit: SEO und Ads – kein Entweder-oder, sondern ein Zusammenspiel
Gerade bei hart umkämpften Produktsuchen können bezahlte Anzeigen eine wichtige Rolle spielen. Ob du sie brauchst, hängt aber von deiner Nachfrage, deinen Margen, deiner Marke und den bereits vorhandenen Besucherquellen ab. SEO allein kann funktionieren – es ist ebenso wenig eine Erfolgsgarantie wie ein hohes Anzeigenbudget.
SEO bleibt ein wichtiger Bestandteil jeder Online-Strategie – nicht nur, um sich langfristig unabhängiger von steigenden Klickpreisen zu machen, sondern auch, um über zielgruppenrelevanten Content Reichweite zu generieren. Doch die Spielregeln ändern sich: Google priorisiert zunehmend direkte Antworten, multimediale Inhalte und KI-gestützte Lösungen, wodurch klassische organische Suchergebnisse an Sichtbarkeit verlieren können.
Ein hybrider Ansatz ist oft sinnvoll: Ads für wirtschaftlich rentable Suchanfragen, SEO für langfristige Auffindbarkeit und Inhalte in den Formaten, die deine Zielgruppe braucht. Prüfe die Ergebnisse regelmäßig und verschiebe dein Budget nach dem tatsächlichen Beitrag zu Anfragen, Verkäufen und Gewinn. Die passende Mischung ist wichtiger als ein pauschales Entweder-oder.
Datenschutzfreundliches Tracking ohne Kompromisse
Mit Trackboxx behältst du jederzeit den Überblick über deine Besucher – und zwar sowohl geografisch als auch hinsichtlich ihrer Herkunft aus organischem oder bezahltem Traffic. Zudem kannst du Zielvorhaben definieren, um die Performance deiner Ads und SEO-Maßnahmen präzise zu analysieren.
Trackboxx arbeitet ohne Cookies. Ob dein konkreter Einsatz datenschutzkonform ist und eine Einwilligung erfordert, hängt jedoch von der tatsächlichen Datenverarbeitung und Einbindung ab. Cookie-frei bedeutet nicht automatisch einwilligungsfrei oder vollständig DSGVO-konform. Prüfe deshalb die Einstellungen und Datenschutzhinweise; auch eine lückenlose Messung lässt sich nicht pauschal garantieren.



